Van der Wel hat als Managing Principal Forensics EMEA bei Verizon Business Verizon über vier Jahre hinweg 500 Fälle von Hackerattacken und Datendiebstählen untersucht . Er kommt zum erstaunlichen Schluss, dass weit mehr als die Hälfte aller Attacken lediglich geringe technische Fertigkeiten voraussetzten.
Die bösen Buben im Netz brauchen nach Meinung von Verizon noch nicht einmal besonderes Expertenwissen. Foto: Radware
„Uns erstaunen neue, spektakuläre Hacks zwar auch jedes Mal und wir bewundern die oftmals hoch komplexen Attacken. Doch in 55 Prozent aller von uns untersuchten Attacken hätten auch absolute Laien oder mäßig gut informierte PC-Nutzer erfolgreich Daten stehlen können. Cross-Site-Scripting oder maximal komplizierte DNS-Attacken waren überflüssig“, bestätigt van der Wel im Gespräch mit der Computer Zeitung.
Die Top Ten der schlimmsten Datenverluste
Firmen müssen gegen Datenmissbrauch präventiv tätig werden
Oft genug listet eine simple Google-Suche genügend Tools und Handlungsanweisungen auf, mit deren Hilfe sich Firewalls, Virenscanner und Passwortabfragen umgehen oder knacken lassen.
Van der Wel glaubt, dass mangelndes Verständnis der IT-Verantwortlichen für die Relevanz der IT-Sicherheit einer der Hauptgründe für diese hohe Zahl an erfolgreichen Script-Kiddy-Attacken ist. „Die meisten Administratoren glauben, dass Kauf und Installation einer Firewall und eines Intrusion Detection Systems genügen, um ein Netzwerk zu schützen. Zu viele befassen sich dann aber nie wieder mit den Log-Dateien ihrer Sicherheitskomponenten. Dabei konnten wir 82 Prozent aller Datendiebstähle allein durch Blick in diese Logs erklären“, führt van der Wel weiter aus.
Seiner Meinung nach müssten Firmen zudem Teile ihrer IT-Budgets in die Schulung aller Firmenmitarbeiter (Awareness-Trainings) und auch der IT-Administratoren stecken. Denn auch eine perfekt gewartete Infrastruktur schützt letztendlich nicht vollständig. Ohne mitdenkende Mitarbeiter – die auch Verantwortung für ihr Tun und Handeln übernehmen – kommen laienhafte Angreifer auch weiterhin ans Ziel.


